vorbereitetes Votum für die Diskussion im März 2002 im Rat

Dringliche Interpellation der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen: Vollzugsprobleme der Antennen-Richtlinien NISV

Vordergründig will die Kommission mit ihrem Vorstoss Vollzugsprobleme der Gemeinden lösen helfen.

Wenn wir allerdings die gestellten Fragen lesen, stellen wir fest, dass die Wortwahl ausserordentlich manipulativ ist. Hier waren bei der Formulierung offenbar die Verfechter der Interessen der Mobilfunkbetreiber am Werk.

Was diese Wortführer effektiv allein interessiert ist die möglichst flächendeckende überall funktionierende mobile Kommunikation.

Zwar wird in der 6. Frage noch darauf hingewiesen, dass man 'sichere' Strahlenwerte wolle. Gleichzeitig wird aber die Forderdung erhoben, dass diese Werte internationalen Empfehlungen angeglichen werden sollen. Diese Werte allerdings sind (auch wenn das nicht gesagt wird) deutlich schlechter, dh höher, als die zur Zeit bei uns geltenden Werte.

Die Frage ist tatsächlich: Was wollen wir? Wollen wir schrankenlose totale Mobil-Kommunikation, auch notfalls um den Preis einer Langzeitschädigung, auf Kosten möglicher Gesundheitsschädigung von vielen Menschen?

Die Frage der Gesundheitsschädigung lässt sich nämlich nicht so einfach beantworten. Entscheidend dürfte sein, wie sich der ständig zunehmende Elektro-Smog, wie sich unsere immer intensivere Bestrahlung mit elektromagnetischen Strahlen aller Frequenzen auf die Dauer auswirken wird.

Die Kommission als Sprachrohr des interessierten Business verweist auf Studien. Alle diese Studien haben aber ein zentrales Problem: Zeitabläufe lassen sich nicht simulieren. Wenn wir wissen wollen, wie sich etwas in 20 Jahren auswirkt, müssen wir 20 Jahre warten. Das Problem sollte eigentlich den meisten aus der Entstehung von Krebs durch radioaktive Strahlung bekannt sein.

Es gibt natürlich immer Forscher die überlegen so: Wenn wir wissen wollen, ob eine bestimmte Bestrahlung auf eine Dauer von zB 10 Jahren, Krebs auslöst oder andere Schäden verursacht, dann können wir doch ein Experiment starten mit der 10-fachen Intensität der Bestrahlung. Dann hätten wir schon nach einem Jahr die Resultate.

Nur, meine Damen und Herren, so funktioniert unsere Gesundheit nicht. Es gibt die Situation, dass eine schwächere Strahlung mehr Schaden anrichten kann als eine stärkere wegen Resonanzphänomenen.

Unsere Zellen in unseren Körpern kommunizieren zum Teil untereinander elektrisch und elektromagnetisch. Eine bestimmte Strahlung kann hier Störungen verursachen, die Strahlung einer andern Frequenz, auch wenn stärker verursacht diese Störung dann nicht.

Was ist die Schlussfolgerung: wir erleben heute eine enorme Zunahme der elektromagnetischen Bestrahlung unserer Körper. Niemand weiss sicher, wie sich das auswirken wird in der Zukunft. Genaueres werden wir erst in einigen Jahren wissen.

Es ist daher nichts als Vernunft wenn wir uns bei der Ausarbeitung der Vorschriften immer auf der vorsichtigen Seite bewegen gerade weil wir noch zu wenig wissen, noch zu wenig wissen können.

Vorsicht ist auch in diesem Bereich die Mutter der Porzellankiste auch wenn dies den aggressiven Vermarktern im Telekommunikations-Business nicht gefällt.