C O M M U N I Q U E

"Zeit"- unterschätzter Gesundheitsfaktor Nummer Eins

Was erwarten Menschen von einem Spitalbetrieb neben der fachlich kompetenten Betreuung?

Zeit und nochmals Zeit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die Nationalrat Paul Günter, Chefarzt und Stiftungsrat der Schweiz. Patienten Organisation und Grossrätin Annemarie Kempf Schluchter, Berner Präsidentin des Schweizerischen Verbandes des Krankenpflegepersonals diesen Sommer als Folge des Spardruckes im Gesundheitswesen durchgeführt haben.

Die Konsequenz aus dieser Publikums-Befragung: In den Spitälern braucht es Ansprechspersonen, die ausschliesslich für das geduldige Gespräch mit den Patienten angestellt sind.

Die Umfrage war Teil einer Veranstaltungsreihe zum Thema Kostenentwicklung im Gesundheitswesen.
Im Wesentlichen forderten die an der Umfrage teilnehmenden Personen:

Die Umfrage war an einen Wettbewerb gekoppelt. Die Hälfte der Personen, welche die Wettbewerbslösung einschickten, nahmen an der Umfrage teil und sandte zum Teil ausführliche Stellungnahmen ein. Die Diskussionen an den Gesundheits-Veranstaltungen bestätigten das Umfrageergebnis.

Neben den Forderungen nach mehr Zuwendung, Verständnis und Transparenz im Spital erwarten die Befragten von der Politik rationellere Strukturen für das Gesundheitswesens , beisp. gesamtschweizerische Planung und Organisation oder eine bessere Kontrolle über die Nutzung der Apparate-Medizin.

Für Günter und Kempf heisst dies: Die Spitäler müssen Konzepte entwickeln, die den grundlegenden Bedürfnissen der Kranken Rechnung tragen. Offensichtlich haben die Sparübungen der letzten Jahre den Heilungsfaktor "Zeit" vernichtet. Günter und Kempf wollen sich diesem Malaise annehmen und in national und kantonal abgestimmten Vorstössen Gegensteuer geben. Als Sofortmassnahme schlägt Günter die Anstellung geeigneter Personen vor, die den Kranken ausschliesslich für Gespräche zur Verfügung stehen. Von Bedeutung sind dabei weniger die medizischen Kenntnisse als ein hohes Mass an Einfühlungs-vermögen und Lebenserfahrung und ein guter Draht zum medizinischen Personal.