NATIONALRAT
CONSEIL NATIONAL
Nr./No.
Art des Vorstosses Motion
Type d'intervention
Urheber/in / Acteur: Paul Günter
Datum / Date
Titel / Titre: Stopp den Pistenrasern
Eingereichter Text / Texte de l'intervention
Der Bundesrat wird ersucht, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den interessierten Kreisen das Verhalten auf den Skipisten besser zu regeln. Es sind geeignete Massnahmen zu treffen, um unsere Pisten sicherer zu machen und den zunehmend fahrlässiger rasenden Pistenrouwdys Schranken zu setzen. Bei Bedarf sind gesetzliche Normen vorzuschlagen.
Begründung
Bereits 1998 habe ich in einem Vorstoss (Interpellation no 98.3148)auf die Zunahme schwerer Unfälle auf den Ski- und Snowboard-Pisten hingewiesen. Ich forderte zum Schutze der überwiegenden Mehrheit der Pisten-Benutzer Abklärungen und geeignete Massnahmen gegen das Rowdytum. Nach wie vor legen die meisten Leute wert auf ein ungefährdetes Skivergnügen. Es sind vorab Eltern mit Kindern, es ist aber auch die wachsende Gruppe von sportlich aktiven Senioren, welche einen verantwortungsvollen Umgang miteinander auf der Ski- und Snowboard-Piste pflegen und erwarten. Der Bundesrat erwähnte in seiner Antwort auf meine Interpellation zwar die verschiedenen Interventions-Möglichkeiten, kam aber zum Schluss, dass die vorhandenen Mittel zur Besserung der Lage ausreichten. Das obwohl der Bundesrat schon vor sechs Jahren vermerkte „allerdings stellen die Ärzte in den Wintersportgebieten fest, dass gerade in den vergangenen Wintersaisons die Kopf- und Stammverletzungen zugenommen haben.“
Seither ist die Situation nicht besser, sondern schlimmer geworden. Es wird aufgrund der technischen Ausrüstung, des zunehmenden Alkoholkonsums, aber auch aufgrund einer verfehlten Wintersport-Werbung (die Risiko als Fun darstellt) schneller und unvorsichtiger Ski und Snowboard gefahren. Die Zahl der dilettantischen Raser auf den planierten Pisten steigt und verursacht zunehmend Kosten im Gesundheitswesen.
Nachdem die bisherigen Regeln nicht genügend befolgt wurden, drängen sich zusätzliche Massnahmen zum Schutze der verantwortungsbewussten und gemütlichen Wintersportler auf. Im benachbarten Ausland hat man mit weiter gehenden Massnahmen (z.B. einer Pisten – Polizei) bereits positive Erfahrungen gemacht. Für die Schweiz stellt sich die Frage, ob für weitergehende Massnahmen die bestehende gesetzliche Grundlage ausreicht oder ob diese noch zu schaffen wäre. Die Disziplinierung verantwortungsloser Raser ist aus Gründen wichtig, die weit über das momentane Schadensereignis hinausgehen. Unfallkosten und Arbeitsunfähigkeit schlagen bei den Gesundheitskosten und in der Wirtschaft zu Buche und das Vergraulen der erholungsorientierten Pisten-Benutzern lastet auf der touristischen Entwicklung der Wintersportregionen. Nur wenn das Skifahren und Snowboarden ein lustvolles und erholsames Erlebnis für alle bleibt, haben diese Wintersport-Arten eine gesicherte Zukunft.