Postulat Paul Günter

Schweizerisches Zentrum für Transplantationsmedizin


Wortlaut des Postulates vom 29. November 2000

Der Bundesrat wird ersucht, in Zusammenarbeit mit den Kantonen die Errichtung eines Schweizerischen Zentrums für Transplantationsmedizin zu prüfen.

Transplantationen, die hohe medizinische Anforderungen stellen und hohe Kosten verursachen, sollen in diesem Zentrum durchgeführt werden. Das Zentrum soll gleichzeitig ein Dienstleistungszentrum von höchster Qualität, wie auch das Schweizerische Zentrum für angewandte Forschung im Bereich der Transplantation sein.


Sprecher : Paul Günter


Begründung

Heute sind die Anstrengungen auf dem Gebiet der Transplantation in grossem Ausmass zersplittert. Eine Konzentration der Kräfte und Geldmittel könnte

  1. eine Steigerung der Resultate im Interesse der Patienten bringen
  2. einen rationelleren Einsatz der personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen ermöglichen
  3. Unserem Land in diesem Bereich eine weltweit führende Rolle bringen

Kantonale und universitäre Eitelkeiten haben bis heute ein effektives Zusammenfassen der Kräfte verhindert.

Die heutige Situation ist durch die Zersplitterung der Kräfte nicht nur für die eigentliche Transplantation suboptimal. Der "Normalbetrieb" eines Spitales wird durch den aufwendigen und plötzlich anfallenden Eingriff (wenn ein geeignetes Organ gefunden worden ist) erheblich gestört. Die aufwendige Transplantation bindet sowohl für die Operation, wie auch die nachfolgende Intensivbetreuung grosse Kräfte. Dadurch wird angesichts der überall angespannten Personalsituation nicht selten der übrige Notfalldienst beeinträchtigt.

Gut und günstig

Die besten und günstigsten Resultate lassen sich zweifelsohne erzielen, wenn eine spezialisierte Klinik mit Spezialkräften sich vorwiegend den aufwendigenTransplantationen widmet. Vorbereitung und Nachbetreuung der Patienten (inklusive Einbezug der Angehörigen in diese Prozesse) können viel besser erfolgen, wenn diese hochspezialisierte Arbeit durch Leute ausgeführt wird, die sich mit diesen Problemen hauptberuflich ausüben.

 

 

Für die Grösse der Schweiz genügt ein Transplantationszentrum.

Wichtig ist für die Patienten weniger die unmittelbare Nähe zum Wohnort, als vielmehr dass die Transplantation hochprofessionel ausgeführt wird. Dies ist sicher eher der Fall, wenn die entsprechende Fallzahl an einem Zentrum hoch ist - heute ist dies an vielen Orten wegen der Zersplitterung der Kräfte nicht der Fall.

Der Bund hat die Möglichkeit auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin aktiv zu werden. Seine Führung ist in den nächsten Jahren gefragt.